Wer hat mein „E“ gesehen?

Geht’s nur mir so oder auch anderen? Ob im TV, im Radio und zunehmend auch …

… in Lokalen und auf der Straße: Wann immer Menschen sprechen, fehlt nahezu voll ständig das „E“. Wo im geschriebenen Text ganz eindeutig der Buchstabe „E“ zu finden ist, mutiert es in der Sprache auf einmal zu „A“. Dann ist auf ainmal alles ganz ainfach und kainer waiß offensichtlich mehr, wo es sprachlich lang geht …

Wie konnte das passieren? Wie hat sich Bühnen- und Moderatorensprache in den Alltag verirrt? Nicht, dass ich dem manchmal nicht wirklich ansprechenden Wiener „Slang“ eine Träne nachweine, aber das „E“ hätte ich schon ganz gerne ab und zu gehört. Offensichtlich ernten wir jetzt die Früchte der jahrzehntelangen hochdeutschen Film- und TV-Synchronisationen – ob wir wollen oder nicht. Wär aber trotzdem schön, wenn wir nicht alles ung´schaut nachmachen und uns ein kleines Stückchen unserer sprachlichen Identität bewahren würden. Deshalb meine Bitte: Lasst das „E“ nicht sterben, dann lieber noch das berüchtigte „Meidlinger L“ …